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Ausnahmeschwimmerin Ursula Happe verstorben – ein kleiner Nachruf

12.04.2021 | Schwimm-Verband | Von: Schwimm-Verband


Bild © Oliver Schaper (Dortmund)

Ursula Happe, geb. Krey, wurde am 20. Oktober in Danzig geboren und verstarb am 26. März in Dortmund.

Mit voller Bewunderung und Stolz gedenken wir dieser stets disziplinierten, ehrgeizigen, erfolgreichen und dennoch sehr bescheidenen Sportlerin. 

Die Verstorbene nahm 1952 an den Olympischen Spielen in Helsinki teil, schied im Halbfinale aus und bekam bereits ein Jahr später das erste Kind. Weitere drei Kinder sollten später noch folgen, denn trotz Training und Sport schaffte sie den oftmals anstrengenden Spagat zwischen Familie und ihrer Profession. Seinerzeit gab es in Dortmund nur ein Hallenbad mit einer intakten 25m Bahn, den Weg dorthin bewältigte sie damals morgens um 6.00 Uhr mit dem Fahrrad. Viel trainieren konnte sie allerdings nicht, denn die Kinder mussten wieder versorgt werden, musste der Vater doch zur Arbeit aufbrechen.

Im Jahr 1954 fanden die Europameisterschaften in Turin statt. Hier gewann sie die Goldmedaille bei den 200m Brust und Bronze bei 100m Schmetterling. Nur ein Jahr später bekam sie dann ihren Sohn Klaus. Oft musste die dreißigjährige Schwimmerin ihre zwei Kinder auf dem Rad mit ins Bad nehmen. Dennoch gelang ihr die Olympiaqualifikation und sie schaffte nur ein Jahr später, bei den Olympischen Spielen in Melbourne das Unfassbare – Gold bei den 200m Brust mit einer Zeit von 2:53,1 Minuten (Handzeitnahme). Erst mochte sie es selbst nicht glauben, doch mit einem Vorsprung von 1,8 Sekunden war die Goldmedaille verdient. Und auch ein neuer Rekord aufgestellt. 

Trotz ihrer, für uns heutzutage kaum vorstellbaren Trainingsbedingungen gelangen ihr diese hervorragenden Leistungen. 

Nach den olympischen Spielen beendete sie ihre sportliche Karriere, blieb aber dem Sport dennoch treu. Sie nahm regelmäßig am Training teil, übte Gymnastik aus und hielt sich so fit.

Ursula Happe wurde dazu im Jahr 1954 und auch 1956 zur Sportlerin des Jahres gewählt, holte 18 deutsche Meistertitel, erhielt das Silberne Lorbeerblatt 1954 und 1956, den Ehrenring der Stadt Dortmund, die Ehrennadel des DSV, im Jahr 1996 den Verdienstorden NRW und die Ehrennadel der Stadt Dortmund wurde ihr 2011 verliehen. 

Am 26. März ist sie friedlich in Dortmund eingeschlafen.

Wir werden Ursula Happe stets ein ehrendes Andenken wahren.

 

Jürgen Küper
1. Vorsitzender SV Südwestfalen

Uwe Muck
2. Vorsitzender SV Südwestfalen



 

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