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Deutscher Synchrokader erbringt gute Leistungen in Samorin

14.09.2019 | Synchronschwimmen | Von: Antje Bleyer



NRW Duett  - Kader im Finale der 1.Fina World Youth Artistic Swimming Championships

 

Den Großteil des 15 köpfigen deutschen Teams, das zu den 1. Fina Youth Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen vom 28.8. – 1.9.2019 nach Samorin/Slovakei reiste, stellte Nordrhein – Westfalen: 6 Synchronschwimmerinnen des NRW Kaders (Klara Bleyer, Nicole Davidovich, Romia Martin, Susana Rovner, Mia Duda – Dudynska und Cindy Martins), Landestrainerin Stella Mukhamedova und Cotrainerin Irina Ophoven, Wertungsrichterin Doris Walper und Physiotherapeut Werner Wilbrandt. Erfolgreich war das deutsche Team vor allem in den Einzelküren Duett und Solo, hier konnte das Finale erreicht werden, ein außerordentlicher Erfolg für Synchronschwimmen aus Deutschland!

Vorausgegangen waren dem Wettkampf intensive Lehrgänge, den letzten Schliff erhielten alle Küren im 10 tägigen Trainingslager in Bulgarien. Erstmals hatte die Fina eine Weltmeisterschaft für 13-15jährige im Synchronschwimmen ausgeschrieben und großes Echo erhalten, gemeldet hatten 35 Nationen von allen Kontinenten: 32 Solo, 32 Duette, 28 Gruppen, 17 Kombinationen und gesamt 322 Pflichtschwimmer. Im slowakischen Samorin fand sich ein großartiger Austragungsort für diesen Wettkampf.

Der Deutsche Schwimmverband ging in den Disziplinen Team, Solo und Duett an den Start, ergänzt durch den Pflichtwettkampf, der in dieser Altersklasse die Hälfte des Gesamtergebnisses ausmacht. Alle Topnationen des Synchronschwimmens wie Russland, Ukraine, Spanien, China, Japan uvm. waren am Start.

Der Wettkampf begann am Mittwoch mit der Freien Kür Solo, hier ging NRW Aktive Klara Bleyer an den Start und konnte sich im Vorkampf der 32 Starter auf einem hervorragenden Platz 12 positionieren. Noch am selben Nachmittag startete das deutsche Team im Wettkampf Gruppe, hier schwammen alle NRW Aktiven in der Kür mit. Leider wurde in der Wertung ein Abzug von 2 Punkten für einen Heberfehler erteilt, trotz sehr gut geschwommener Kür rutschte das deutsche Team hiermit auf Platz 18 und eine Finalteilnahme außer Reichweite.

Am Donnerstag morgen ging das NRW Duett Klara Bleyer/Nicole Davidovich an den Start. Das Duett war in der Saison hervorragend mit Unterstützung des SV NRW/SV Südwestfalen sowie der Sportstiftung NRW und durch Landestrainerin Stella Mukhamedova vorbereitet worden, was sich nun bewähren sollte. Duett ist als olympische Disziplin ein besonders konkurrenzstarker Wettkampf und besonders wichtig in Hinblick auf die Olympischen Spiele, die Deutschland in Zukunft auch im Synchronschwimmen wieder besetzen möchte. Klara und Nicole konnten im Wettkampf alles abrufen, was sie im Training der vergangenen Monate gelernt hatten und landeten im Vorkampf Duett auf einem bemerkenswerten 10. Platz, vor Topnationen wie Canada und USA.

Eine Finalteilnahme wurde nun erst durch den Pflichtwettkampf möglich, da Pflicht zu 100Prozent in die Gesamtwertung einfließt. Am Freitag starteten 322 Aktive bei brütender Hitze von 32 Grad im Freibad in einem 10 stündigen Wettkampf, der sowohl Wertungsrichter und Aktive, als auch Trainer an ihre Grenzen brachte, da sich das Schwimmen der 4 Figuren bei dieser Teilnehmerzahl außerordentlich in die Länge zog. Durch die Pflichtnote kann sich die Rangfolge des Vorkampfes durchaus noch verschieben, möglich ist international bei nicht korrekt ausgeführter Übung auch die Wertung 0, das kostet die jungen Sportlerinnen mitunter einige Nervenstärke. Am Abend wurde dann im Teammanagermeeting die Startreihenfolge der 12 Besten im Finale in allen Disziplinen ausgelost: Deutschland war im Finale einer Weltmeisterschaft Synchronschwimmen in den Disziplinen Duett und Solo 2019 dabei! Trotz man lange daraufhin gearbeitet hatte, ein unglaubliches Ergebnis!

Und so konnte Klara am Samstag im Finale Solo ihren Platz 12 verteidigen und das Duett am Sonntag noch einmal seine Kür präsentieren und erreichte wiederum Platz 10, in der Kürwertung sogar Platz 9. Landestrainerin Stella Mukhamedova erhielt außerordentlich viel positives Feedback von internationalen Wertungsrichtern und Trainern, mit diesem Ergebnis hat Deutschland sozusagen „an die Tür zu den Topnationen geklopft“ und bewiesen, das deutsches Synchronschwimmen durchaus im Finale einer WM zu finden sein kann, wenn auch zunächst in dieser jungen Altersklasse. In einer Bewertungssportart wie Synchronschwimmen ist ein Aufstieg durchaus schwerer als in anderen Schwimmsportarten und muss immer wieder sehr hart erarbeitet werden.

Bevor das Team am Montag zurückkehrte, stand noch die Gala auf dem Programm, ein neues beachtenswertes Element internationaler Wettkämpfe, in dem losgelöst von Wertungen die Wettkampfteilnehmer noch einmal auf unterhaltsame Weise Synchronschwimmen präsentieren können. Das deutsche Team hatte eine extra Performance hierzu vorbereitet, die großen Beifall fand.

Alle Wettkämpfe können auf Fina TV (nach)angeschaut werden, die Ergebnisse und Fotos sind hier zu finden: http://finasamorin2019.sk/

 

 


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