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Inklusion u. Integration- Projekt „Gemeinsam ab 2020“ erfolgreich gestartet

22.12.2019 | Breitensport | Von: Eva Bülow



„Ich freue mich immer noch so sehr und kann es noch nicht so ganz fassen, dass wir nach 15 Jahren tatsächlich. endlich und zukünftig an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen können.“

Mit diesen Worten begrüßte Nevin Arslan, 1. Vorsitzende des Schwimmvereins für Muslimische Frauen (SMF) Herne e.V. die anwesenden Teilnehmerinnen zu einem Tageslehrgang, der als Projektlehrgang von der Fachsparte Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport des Schwimm-Verbands Südwestfalen e.V. angeboten wurde. Mittelfristiges Ziel dieser Fachsparte des Schwimm-Verbands Südwestfalen ist es, einzelne Projekte in Form von Tageslehrgängen durchzuführen, um die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Vereine dezentral und in Kooperation mit Vereinen zu qualifizieren - nämlich dort, wo auch die tägliche Vereinsarbeit geschieht.

Rückblickend erzählte Nevin Arslan kurz über ihre bislang gescheiterten Versuche, geeignete Qualifizierungsmaßnahmen insbesondere für die in ihrem Verein tätigen Übungsleiterinnen zu finden. Sind ihr als Vereinsvorsitzende die vorgegebenen Rahmenbedingungen von Qualifizierungsmaßnahmen bekannt und bewusst, kennt Nevin Arslan aber auch die Hürden von Übungsleiterinnen mit Migrationshintergrund. Diese würden zu gern an Lehrgängen mit Teilnehmerinnen aus anderen Vereinen teilnehmen und sich mit denen auch austauschen, was aus religiösen Gründen aber nur eingeschränkt möglich ist. Auch als Nevin Arslan zu Beginn diesen Jahres telefonisch unverbindlich bei Marion Rößler, die seit fast 5 Jahren als Fachwartin Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport im Schwimm-Verband Südwestfalen e. V. tätig ist, eine Anfrage zu Einzelheiten einer fachspezifischen Fortbildung stellte, hatte sie zunächst nicht viel Hoffnung auf Erfolg. In diesem Jahr aber hatte Nevin Arslan offene Ohren gefunden – Marion Rößler stellte sich offen gegenüber der geschildeten Problematik. „Geht nicht – gibt’s nicht“ waren ihre ersten Worte. „Wir haben in den Reihen des Schwimm-Verbands Südwestfalen Jennifer Zielke als Fachkraft für Inklusion und Integration und diese Position steht bei uns nicht nur auf dem Papier“.

Marion Rößler verschwieg allerdings zunächst, dass besagte Fachkraft ihre eigene Tochter ist, eine solche Qualifizierungsmaßnahme könnte daher quasi zuhause am Küchentisch geplant werden. Hauptberuflich ist Jennifer Zielke als Heilpädagogin und derzeit als kommissarische Einrichtungsleitung einer Kindertageseinrichtung tätig, sie arbeitet eng mit Familien mit Migrationshintergrund zusammen und wird daher sowohl mit den entsprechenden Besonderheiten als auch Herausforderungen tagtäglich konfrontiert. Nachdem Nevin Arslan zusammen mit Nazife Kara, Übungs- und Jugendleiterin beim SMF Herne, dann im Februar als Gäste eine Qualifizierungsmaßnahme des Schwimm-Verbands Südwestfalen in Schwerte besucht hatten, wurde nun nach weiteren Telefonaten weiter organisiert und geplant. Als Auftakt zu zukünftigen Qualifizierungsangeboten wurde zunächst ein fachspezifischer Tageslehrgang rund um das Thema schwimmen lernen – schwimmen können durchgeführt.

Als Schulungsraum standen die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle des Schwimmvereins in der Claudiusstraße in Herne bereit. Für den praktischen Teil stellte die Stadt Herne freundlicherweise das Schwimmbad des Otto-Hahn-Gymnasiums zur Verfügung, dessen Ausstattung den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen entsprach.

Neben den Grundlagenkenntnissen vermittelte Referent Martin Glajcar den Teilnehmerinnen theoretisch und verständlich den Einstieg in die verschiedenen Schwimmstile, wobei als Schwerpunkt dieser Fortbildung die Brustschwimmtechnik gewählt wurde. Er wies auf mögliche Fehler in den Bewegungsabläufen hin und zeigte mittels Videoanalyse Hilfen und/oder Möglichkeiten bei der Fehlerkorrektur und Fehlerbehebung.

 

Marion Rößler und Jennifer Zielke


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