Urgesteine des regionalen Schwimmsports verlassen den Beckenrand
SSV Meschede verabschiedet Karl Lohn und Karin Igges
09.01.2012 | Schwimmen | Von: Reimund Schönrock
![]() | Karl Lohn - Karin Igges - Bodo Hein |
40 Jahre lang trainierte Karl Lohn erfolgreich die Schwimmerinnen und Schwimmer des SSV Meschede; über 25 Jahre davon stand Karin Igges als Co-Trainerin an seiner Seite. Mit der Verabschiedung des erfolgreichen Trainerduos geht eine Ära zu Ende.
Die Abteilungsleiterinnen des SSV, Verena Haselhoff und Angela Kloppenburg würdigten in ihrer Laudatio das prägende Engagement und den eingebrachten Zeitaufwand über viele Jahre, den beide in den Verein und in die individuelle Förderung der einzelnen Schwimmer investiert haben: „ Personen stehen bekanntlich für Inhalte. Das Prinzip Eurer Trainertätigkeit war das „Dabei sein, bei den Jugendlichen sein“, nicht das „Darüberschweben“. Das motivierte und formte unsere Mannschaften“. In Grußworten würdigen auch Bodo Hein (Fachwart Schwimmen des Südwestfälischen
Schwimmverbandes), Arnold Kotthoff (Vorsitzender des Stadtsportverbandes Meschede), der stellvertretende Vorsitzende des SSV Meschede, Manfred Breider und der Mescheder Schwimmeister Andre Kettler das jahrzehntelange und in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständliche Engagement der Trainer.
Karl Lohn zählt zu den prägenden Trainerpersönlichkeiten des Schwimmsports im Hochsauerland. Die sportlichen Anfänge des heute 70jährigen Karl Lohn sind vom Geräteturnen und Schwimmen geprägt. Nachdem es ihn beruflich nach Meschede verschlägt, unterstützt er 1972 zunächst auf dessen Bitte den damaligen Schwimmtrainer Uli Lohmann. Nach dessen Ausscheiden übernimmt Lohn schon bald den kompletten Trainingsbetrieb. Unter Karl Lohn trainierte auch Karin Igges, für die das Mescheder Bad bis heute zur 2. Heimat geworden ist. Seit 1986 unterstützt „Mucki“, wie sie von allen genannt wird, als Co- Trainerin den Chef-Coach und betreut arbeitsteilig schwerpunktmäßig die Nachwuchsbahnen der Wettkampfschwimmer. „An der guten Atmosphäre in der Mannschaft hat sich gegenüber früheren Zeiten bis heute nichts verändert“ betonen Lohn und Igges, „allerdings ist die Fixierung auf den Sport früher stärker gewesen. Die stärkere schulische Inanspruchnahme, die Konkurrenz mit anderen Freizeitaktivitäten fordern immer mehr ihren Tribut“. Neben der sportlichen Förderung hat auch die Förderung der sozialen Kompetenzen bei den Trainern einen hohen Stellenwert.
Für Lohn und Igges ist die Wertevermittlung wichtiger Bestandteil Ihrer Tätigkeit: „Ein Prinzip der Mannschaft sollte es sein, dass Kinder und Jugendliche lernen, auch füreinander und für die Gruppe Verantwortung übernehmen“, so Igges. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, Radtouren, Ausflüge und Jugendlager in Le Puy, Bad Berleburg und Lindlar haben im Schwimmverein einen besonderen Stellenwert.
Das Ergebnis der Trainerkompetenz und das Zusammenspiel mit den Schwimmerpersönlichkeiten kann sich sehen lassen: Ungezählt sind die Medaillengewinne bei den regionalen, landes- und bundesweiten Wettkämpfen und Meisterschaften. Bei den südwestfälischen und nordrhein-westfälischen Meisterschaften sind SSV – Schwimmer im Jahresturnus auf Medaillenrängen zu finden. In Meschede ist der Schwimmsport über die Jahre eine konstante Größe, die jeder in der Kreisstadt kennt.
Seit Jahren ist die Schwimmabteilung mit einer großen Gruppe bei der Sportlerehrung der Stadt Meschede vertreten Titelgewinne bei den Deutschen Meistertitelschaften konnten Mareille Eickel (geb. Zachrau), Bastian Drees, Verena Haselhoff, Angela Kloppenburg, Verena Krömeke und Martina Gördes verzeichnen. Karl Lohn beginnt zu schmunzeln, wenn er daran denkt, dass die Vereinsrekorde von Markus Sommer (Mai 1981 über 50 m Freistil), Dietmar Rennefeld (Oktober 1978; 100 m Freistil); Uta Maximilian (Juni 1981 über 50 m Freistil) und Cordula Kringe (Juli 1991 über 200 m Freistil) noch immer ungeschlagen sind.
Als Trainer ist Karl Lohn nicht nur innerlich Sportler geblieben. Ab 1981 will er es erneut wissen und nimmt als Masterschwimmer wieder selbst erfolgreich in seiner Spezialdisziplin Brustschwimmen an NRW- und Deutschen Meisterschaften teil. 1996 erreicht Lohn den Platz 10 über 100 m Brust bei den Weltmeisterschaften der Masters in Sheffield.
Für die Zukunft des Trainingsbetriebs des SSV wünschen sich die scheidenden Trainer, „Leute, die mit Herzblut dran gehen“. Für Verena Haselhoff und Angela Kloppenburg als steckt in jedem Ende auch ein Anfang mit neuen Möglichkeiten „Viele Vereine haben uns immer beneidet, weil wir keine ständigen Trainerwechsel hatten. Nun wird die Schwimmabteilung diesen Wechsel meistern. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit unserem vorhandenen, gut qualifizierten Team aus Übungsleitern mit einem neuen Aufgabenzuschnitt und einem personellen Neuzugang von außen für die Zukunft gut aufgestellt und auf einem gutem Weg sind.“
(hau)

